Yoga begleitet mich durchs Jahr. Falsch... Yoga begleitet mich durchs Leben. Und das seit vielen Jahren. So ist ein Jahr seit Jahren immer auch ein Yoga-Jahr. Das muss nicht zwingend auf der Yogamatte sein. Aber hier, auf meiner Yogamatte sitze ich gerade und blicke zurück auf das Jahr und andere, die hinter mir liegen und voraus auf jenes, das kommen wird.
So war 2025
2025 war ein Jahr voller kleiner und großer Bewegungen für mich und zwar auf der Matte, im Leben und im Alltag. Yoga macht einen nicht zum ewig selig lächelnden Buddha. Manche Tage fühlten sich für mich einfach leicht und fließend an, als müsste man niemals nie nicht überlegen, was beim Mondgruß eigentlich nochmal als nächstes kommt. Andere Tage waren eher holprig, als würde ich sogar im Tadasana über meine eigenen Füße oder meine eigenen Launen stolpern. Manches war wie im Flow, ich war im Flow. Es gab diese Momente, da war es gefühlt so, als hätte ich den Flow "in der Hand" so wie ich meine Yogastunden "in der Hand" haben kann. Und: Es gab ausgerechnet jetzt diese einschneidenden Momente, da hat das Leben/das Schicksal mir gezeigt, dass ich gar nichts in der Hand habe (das ist das Persönliche... und so privat bleibt es auch).
Also, beruflich bzw. die Berufung betreffend mal Butter bei die Fische: 2025 sind in meiner Wahrnehmung einige (!) meiner Yogakolleginnen für mein Empfinden so krass durchgestartet mit etlichen neuen Angeboten von Workshops bis Retreats, mit ihren gekündigten Hauptjobs und sogar eigenen Yogastudios, dass ich mir manchmal ziemlich klein und auf der Stelle tretend vorgekommen bin in meinem Yogabusiness. Weil: Ich arbeite immer noch für andere, habe meinen Roman nur in den Ideen-Notizen und auch "nur" einen Workshop auf eigene Rechnung gegeben sowie einen Kurs mangels Resonanz absagen müssen.
Und gefühlt bin ich ja wohl die einzige in der Branche, die aktuell nicht mit Rauhnächte-, Jahreswechsel- oder visionboard-Workshops ihr Geld verdient, sondern sogar Honorare einbüßt, weil sie einfach so zwischen Weihnachten und Neujahr die Beine hochlegen wollte (hat wegen Schicksal nur bedingt geklappt) und nicht mal ihre normalen Yogastunden unterrichtet, sondern nichts macht (naja, Blogbeiträge schreiben und sich ums Private kümmern, weil das immer zuerst kommt)...
Klingt alles ganz schön nach mindf*** in meinem Kopf, oder?! Ist es auch!
Was mir jetzt geholfen hat, ist - so wie ich es meinen Yogis in den Yogastunden mit "bleib auf deiner Matte" sage - ebenfalls nicht im Vergleichsmodus auf die anderen, sondern nur auf mich zu schauen. Zum Beispiel auch immer wieder genau hier auf diese Website (so habe ich immerhin meine Zugriffszahlen krass gesteigert) und mir selbst zu vergegenwärtigen, dass genau wie ich es hier immer wieder für Yoga an sich beschreibe natürlich auch mein Yogabusiness ein Weg ist, den ich in meinem eigenen Tempo gehen darf.
Ich habe mich selbst daran erinnern müssen, dass es nicht darum geht, eine high performerin und/oder perfekt zu sein, sondern präsent und authentisch. Ich bin Mensch und keine Maschine. Ich habe mich erinnert, dass gerade auch im Business die Momente des Zweifelns ihren Platz haben, weil sie sehr wertvoll sind, indem sie Dinge aufzeigen und dass die Pause zur Musik gehört (ein lebenskluges Zitat, nicht von mir, sondern von Stefan Zweig).
So wird 2026
2026 ist ein Jubiläumsjahr für mich. Es wird 20 Jahre her sein, dass ich (zum) Yoga fand. Wobei ich manchmal glaube, dass Yoga mich gefunden hat... damals im tristen grauen Berliner Winter, als ich als Journalismus-Praktikantin beim Radio zu hören bekam, meine Stimme plus mein Dialekt sei unmöglich und ich solle doch bitte lieber nicht mit meiner Stimme arbeiten.
Heute überlege ich, angefeuert durch die Schwärmereien meiner Yogis für meine Stimme und wiederholte Wünsche nach aufgezeichneten Meditationen von mir, ob ich vielleicht doch die zwölftausendste Yogalehrerin sein sollte, die einen Podcast und/oder einen öffentlichen Youtube-Channel startet. Aber ich werde wohl eher bei meinen Live-Angeboten bleiben.
2026 wird es auch fünf Jahre her sein, dass ich meine Yogalehrerinnen-Ausbildung startete und schon zwei Wochen nach Start zu unterrichten begann. Ich wusste damals ja, dass ich locker zwei Jahre Ausbildung vor mir habe bzw. ich wusste immer schon, dass man eh nie auslernt. Also dachte ich mir "einfach machen", unterrichtete schon während der Ausbildung und machte mich damit auf den Weg, mein Yogabusiness auf- und auszubauen zu dem, was es nun schon ist und zu dem, was es noch werden wird.
Anfangs unterrichtete ich eine Stunde pro Woche auf Spendenbasis, mittlerweile muss ich selbst immer wieder erstaunt und erfreut auf meine Homepage schauen (die Zugriffszahlen!!!), was ich alles so anbiete. Das sind mehrere Yogastunden pro Woche, einige Workshops, kleine Tagesretreats, diverse Eventstunden und auf Anfrage auch Privatyoga. Dazu kommen ein wegen seiner Authentizität und Tiefe beliebtes Insta-Profil, dieser Blog hier, neuerdings ein Newsletter (Anmeldung über meine Kontaktseite) und sogar diverse kleine Workbooks, die ich schon herausgegeben und okay verkauft habe.
Und ich habe in der Jahresplanung 2026 bereits so einiges eingetütet oder in Vorbereitung. Und wenn ich auf den Kalender schaue, dann steht dort im Grunde zwischen allen Zeilen zum Yogabusiness: Wachstum! Aber es stehen auch (R)Auszeiten in meinem Kalender, keine Sorge. Ich werde weiterhin Pausen machen, mir Urlaub auch im Yogabusiness nehmen und bestimmt auch wieder nichts zwischen Weihnachten und Neujahr machen. Ich werde P wie Privatleben weiter so lieben und leben wie bisher - sehr wahrscheinlich sogar noch mehr.
Ich würde sagen: Das ist alles gar nicht so schlecht, sondern richtig gut. Vor allem, weil es sich gut anfühlt. Ich sage meinen Yogis ja auch gerne, dass es nicht darum geht, dass Yoga gut aussieht, sondern darum, dass es sich gut anfühlt. Das darf auch für mich und mein Yogabusiness gelten.
Und das, was mich bis hierher so hat wachsen lassen, gilt nach wie vor: Einfach machen. Einfach so. Einfach machen, und manches auch einfach sein lassen. Was sein soll, ist einfach. Das hat mich verdammt gut mindestens durch die vergangenen fünf Jahre Jacobswegeyoga getragen und ich werde dieses mindset statt den mindf*** beibehalten.
Also 2026? Na: einfach machen!
Und ich nehme mir vor, dabei weiterhin authentisch und humorvoll zu bleiben.
Denn das Leben mit Yoga darf ernsthaft gelebt und geliebt sein, aber bitte nie verbissen.
Das gilt dies- und jenseits der Matte.
Ja, zum Yoga-Jahr - immer wieder!
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