Als Yogalehrerin bekomme ich in meinen Stunden ja einiges zu hören. Von Pupsgeräuschen fühle ich mich regelrecht gebauchmiezelt. Denn sowas zeigt mir, mal knallend und mal säuselnd, dass Menschen sich in meinen Yogastunden echt entspannen können. Ich meine, manche bemessen den Gesundheitsgrad ihrer Beziehung sogar an der Frage, ob sie voreinander auch mal pupsen können - welch Ehre also für mich!
Aber ja, ich weiß natürlich auch, dass sich manche Menschen schämen, wenn ihnen der Yoga-Pups passiert. Scham entsteht doch oft nur, weil niemand über bestimmte Themen spricht. Also lasst uns doch hier bitte mal kurz übers Pupsen philosophieren.
Woher kommt der Yoga-Pups?
Eventuell vom Sauerkraut, das es zum Mittag gab. Vielleicht aber auch vom Yoga, das dich in Bewegung bringt, nämlich innen wie auch außen. Was wir im Yoga tun und lassen, das wirkt mal sehr direkt und mal indirekt, mal krass und mal subtil... und das wirkt eben alles auch auf unsere Verdauung. Wenn der Körper loslässt, lässt er manchmal eben wirklich alles los... Denn: Entspannung aktiviert das parasympathische Nervensystem, dann schaltet man von "Fight or Flight"-Modus auf "Rest and Digest" und das heißt, dass die Verdauung beim Yoga/Yoga-Entspannen also inklusive ist.
Es kann auch an bestimmten Haltungen, allen voran den Drehhaltungen, liegen. Nicht wenige Asanas wirken wie eine kleine innerliche Massage für die Bauchorgane und dann gibt es eben mal einen Pups (oder mehrere). Diverse Asanas helfen auch, Spannungen im Beckenboden zu lösen - unter anderem dadurch kann es auch zum sogenannten Queef kommen, also die Vagina gibt ihrerseits pupsige Töne von sich (das wäre dann nochmal ein Blog-Thema für sich).
Es ist mir wurscht
Als Yogalehrerin kommentiere ich Pupse aller Art nicht. Es ist mir egal. Jemand pupst und gut ist. Ich schaue niemanden an, ich spreche niemanden an, ich zeige auf niemanden und ich mache auch keine Witze darüber. Ihr wisst: Das tue ich ganz sicher nicht, weil ich unter Humorlosigkeit leide, sondern weil mir nichts menschliches fremd ist. Das ein oder andere Pupsgeräusch gehört zu einer Yogastunde wie auch Husten und Niesen passieren. Vollkommen normal das alles!
Was nun?!
Wer trotzdem Schiss (haha, der musste jetzt sein!) vorm Yoga-Pups hat, kann ein paar kleine Dinge beachten: ein paar Stunden zwischen letzter großer Mahlzeit und Yoga vergehen lassen, bei akutem Hunger lieber einen kleinen Snack vor der Stunde, ruhig atmen statt verkrampfen. Und nicht zu viele Gedanken machen, sondern locker lassen und sich einfach selbst nicht so ernst nehmen. Die meisten Menschen sind beim Yoga genug mit sich beschäftigt, als dass sie auf andere achten könnten.
Und wenn es dir denn wirklich soooooo unangenehm ist, hilft dir wahrscheinlich sogar noch mehr Yoga! Regelmäßiges Yoga fördert nämlich eine aktive und gesunde Verdauung, sodass du weniger Gase im Bauch haben wirst und du damit auch weniger Dampf ablassen musst.
Lass Pups sein
Lass Pupse zu. Am Ende erinnert uns dieses vermeintlich peinliche Thema mal wieder daran, dass Yoga der ausgedehnte Moment ist, in dem wir so sein dürfen, wie wir sind. Pupsen im Yoga ist nicht peinlich, es ist schlicht menschlich. Und manchmal eben ein Zeichen dafür, dass du dich wirklich entspannen kannst. Danke dafür!
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