Yoga ist Verbindung und Gemeinschaft

oder: meine Kula hat mich wieder

Zwei Wochen Urlaub. Zwei Wochen Unterrichtspause. Jetzt bin ich wieder zurück, stehe wieder als Yogalehrerin auf der Matte. Und mein Handy blinkt wieder mit Nachrichten wie "Schön, dass du wieder da bist" oder "Dein Yoga hat mir gefehlt". Es sind Nachrichten von Teilnehmern und Teilnehmerinnen, die sich freuen, dass die Yogastunden wieder starten. Die sich freuen, dass ich wieder da bin und die sich vor allem freuen, dass die Gruppe wieder zusammenkommt. 

Mich (be)rührt sowas. Weil es zeigt, dass Yoga nicht nur aus Asanas besteht und nicht einfach nur irgendein Termin im vollen Wochenkalender ist. Solche Nachrichten zeigen mir, dass Yoga für die meisten ein lieb gewonnenes Ritual ist, das allein schön und in der Gruppe noch viel schöner ist.

Diese Nachrichten zeigen mir, dass es beim Yoga um Verbindung und Verbundenheit geht. Verbindung und Verbundenheit zu sich selbst, aber eben auch zu anderen. Es geht um die Gemeinschaft, um die Community. Es geht um das, was man im Yoga auch als Kula kennt.

Kleines Element in der Kula

In meiner Kula geht es freilich viel um das körperliche Yoga. Man kennt die kleinen Rituale, die ich zum Ankommen einsetze und die Lieblingsflows, die in meinen Yogastunden immer wieder mal auftauchen. Man kennt meine "Lehrsätze" wie "Es ist dein Körper, also auch dein Yoga!" und einiges mehr. Man kennt meine Art, Erfahrungen von der Matte ins alltägliche Leben zu übertragen. Man kennt mich und meine Art, Yogastunden zu geben.

Es gibt in dieser Kula sicher einiges, was mit mir zu tun hat. Aber vor allem gilt: Ich bin bei alldem nur ein kleines verbindendes Element bei einer viel größeren Sache, die die Menschen verbindet. Und ich liebe es!

Meine Kula ist auch dieses feine Flopppppp-Geräusch und dann das "ahhhh, die ist ja schick", wenn jemand seine neue Matte ausrollt. Es ist zu wissen, wer welchen Lieblingsplatz hat und ihn frei zu halten. Es ist der Plausch vor der Stunde. Es ist die Frage danach, wie das Gespräch neulich mit dem Chef lief. Es ist, sich gegenseitig Ableger von Pflanzen mitzubringen. Es ist sich Bücher empfehlen. Es ist das sich zum Kaffee verabreden. 

Es geht beim Yoga um Verbindung&Verbundenheit zu sich selbst, aber eben auch der zu anderen.

Meine Kula zeigt: Ja, natürlich kann man Yoga alleine praktizieren und es macht absolut Sinn, eine eigene Yogapraxis zu haben. Aber körperliches Yoga gemeinsam üben, das ist eben doch nochmal was anderes, weil daraus so viel mehr entstehen kann als nur in irgendeiner Asana zu stehen.

Größer als die Yogamatte

Selbst ich, und ich kann echt gut mit Worten, kann es nicht so richtig beschreiben... Es ist als ob in solchen Yogastunden ein Feld entsteht, das größer ist als jede einzelne Yogamatte.

So bin ich dankbar für jede Nachricht, die mich nach meiner Pause erreicht. Ich bin dankbar für jede Person, die wiederkommt. Ich bin dankbar für jede Person, die neu dazukommt. Ich bin dankbar für diese Gemeinschaft, die gewachsen ist und es weiterhin tut. Ich bin dankbar für meine Kula.

Und ich bin vor allem dankbar dafür, dass das alles gar nicht so viel mit mir zu tun hat.

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